Gunther Seibold
Teil 2: Spiritualität im Alter
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Zeit |
Inhalt |
Methode |
Material |
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8.30 |
Ankommen
und Beginn |
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8.35 |
Geistlicher
Einstieg |
Andacht? |
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Einleitung: Glauben und
Spiritualität im Altern |
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8.45 |
Glauben
im Altern – was stimmt? |
Quiz-Blitzrunde
ohne Auswertung |
Arbeitsblatt |
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8.50 |
Glauben
und Spiritualität im Altern |
Mind-Map |
Stellwand,
großer Papierbogen |
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9.15 |
Gespräch |
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9.30 |
Pause |
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Vertiefung: Bilder vom
Glauben im Alter |
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9.45 |
Altern
in der Bibel |
Karten
mit Bibelstellen werden kommentiert |
Karten
mit Stellen, zusammenfassendes Arbeitsblatt |
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10.15 |
Stufen
des Glaubens aus religionspsychologischer Sicht |
Vortrag,
Rückfragen, Austausch |
Folien,
OHP; zusammenfassendes
Arbeitsblatt |
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10.30 |
Pause |
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10.45 |
Alt
werden mit der Kirche |
Gemeinsamer
Entwurf eines Lebenslaufes, anschließend Input anhand Arbeitsblatt |
Stellwand,
großer Papierbogen; zusammenfassendes Arbeitsblatt |
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11.15 |
Materialhinweise |
Bücher,
Zeitschriften, Kurse, Einkehrzeiten, usw. |
evtl.
zusammenfassendes Arbeitsblatt |
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11.25 |
Zusatz
(wenn zeitlich drin): Glauben
und Gesundheit/ Zufriedenheit |
Vortrag |
zusammenfassendes
Arbeitsblatt |
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11.45 |
Auswertung
Vormittag |
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12.00 |
Mittagspause |
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Anwendung: Ein Bild von
unserem Glauben im Alter |
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14.00 |
Ein
Bild von meinem Glauben im Alter |
Bild
Glaubens-Lebensbaum: Aufgabenstellung und Einzelarbeit |
Arbeitsblatt,
Farbstifte |
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14.30 |
Gemeinsames
Bild |
In
zwei Gruppen Aspekte der Einzelarbeit zusammentragen |
großer
Papierbogen, Stellwand |
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15.00 |
Gegenüberstellung
der Gruppenergebnisse |
Mit
Nachklapp zur Verwendung biografischer Methoden |
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15.15 |
Pause |
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Konkretion: Begleiten und
Helfen zu Spiritualität und Glauben im Altern |
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15.30 |
Ratgeber
zum Thema |
Vortrag |
zusammenfassendes
Arbeitsblatt |
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15.40 |
Themenliste
Theologie |
Freies
Sammeln |
zusammenfassendes
Arbeitsblatt |
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15.45 |
Glauben
im Altern – was stimmt? |
Quiz-Blitzrunde
mit Auswertung |
Arbeitsblatt |
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16.00 |
Tagesauswertung
und Ausblick |
MAYER |
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16.15 |
liturgischer
Abschluss |
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Entwicklunspsychologen haben die menschliche Entwicklung in Stufen eingeteilt. Ein Mensch muss demnach jeweils die vorhergehende Stufe erfolgreich durchlaufen um die nächste zu erreichen.
Jede Stufe hat bestimmte Entwicklungsaufgaben, die gemeistert werden müssen. Dabei geht es nicht um eine Lebensleistung, sondern darum, eine bestimmte Lebenserfahrung zu integrieren, d.h. sie in einer zum eigenen Lebensentwurf stimmigen Weise zu verarbeiten.
Beispiel: Komme ich im mittleren Erwachsenenalter nicht darüber hinweg, dass ich keine Familie gegründet habe (Stagnation) oder habe ich meine Verhältnisse positiv gestaltet und konnte auch ohne Kinder generativ tätig sein, d.h. der Entwicklung der Welt nützlich sein?
Diese Entwicklungsmodelle zeigen eine gewisse Nähe zum philosophischen System G.W. Hegels: Er sah Entwicklungsschübe in der Geschichte immer dort, wo sich Widerstreitendes durch eine Gesamtsicht in ein neues Ganzes überführt wurde (These + Antithese = Synthese). Übertragen auf die Entwicklungspsychologie heißt das: Ein Mensch muss jeweils lernen, widersprüchliche Lebensansprüche und – erfahrungen in das eigene Lebensganze zu integrieren.
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Entwicklung im mittleren und höheren
Erwachsenenalter Nach: Vogel, Linda J.: Spiritual Development in Later Life; in:
Kimble, Melvin A. ; McFadden, Susan H.; Ellor, James W.; Seeber, Jemes J.
(Hgg.): Aging, spirituality, and religion. A handbook; Minneapolis 1995; 74-86, hier
S.76. Die englische Tabelle entspricht dem Original. Da eine deutsche
Übersetzung ohne Fremdworte die Bedeutung nicht ganz treffen kann, ist die
englische Fassung beigegeben. Zweiteilung nach Daniel Levinson; Hauptentwicklungsaufgaben
kursiv gedruckt nach Erik Erikson;
weitere Kategorien nach Robert Peck. |
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MIDDLE
ADULT ERA Generativity vs.
stagnation
? Valuing wisdom vs.
valuing physical power ? Socializing vs.
sexualizing in human relationships ? Cathectic flexibility vs.
cathectic impoverishment ? Mental flexibility vs.
mental rigidity LATE
ADULT ERA Integrity vs.
despair
? Ego differentiation
vs. work-role preoccupation ? Body transcendence
vs. body preoccupation ? Ego transcendence
vs. ego preoccupation |
MITTLERES ERWACHSENENALTER Hervorbringende Tätigkeit oder
Stillstand? ? Weisheitliche Werte
oder dingliche Werte? ? Gemeinschaftlichkeit
oder Sexualisierung in menschl. Beziehungen? ? Gefühlsvielfalt
oder Gefühlsverarmung? ? Geistige Wandlungsfähigkeit
oder Starrsinn? SPÄTES ERWACHSENENALTER In sich ruhen oder zersplittert
sein? ? Selbstunterscheidungsfähigkeit
oder ganz in Anspruch genommen sein von der
gesellschaftlichen Rollenzuschreibung? ? Körperliches: Abstand nehmen
können oder ganz davon in Anspruch genommen sein? ? Eigenes Ich: Abstand nehmen können
oder ganz davon in Anspruch genommen sein? |
Es fällt auf, dass die Entwicklungskonzepte auf ein gemeinsames Ideal hinauslaufen, das mit dem Wort »Weisheit« am ehesten getroffen wird:
Weisheitliche Werte sollen erreicht werden, die in Gemeinschaft bzw. Ganzheit führen und offen bleiben für Alternativen und Wandlungen. Das betrifft das soziale, leibliche und geistige Selbst. Konkretes wird transzendiert, indem Dinge nach ihren Werten, Personen nach ihren Bezügen und Erfahrungen, das eigene Ich nach der Selbstunterscheidung und Fähigkeit zum Abstand befragt werden.
»Weisheit« kann auch als passender Begriff für das spirituelle Ziel philosophischer Beschäftigung gelten. Wenn also Weisheit das umfassende Ziel ist, dann ist damit ein spirituelles Ziel für die Entwicklungspsychologie im Blick. Von da ist es nicht weit zur Religion, die ihrerseits in Spiritualität gelebt wird.
Für die Glaubensentwicklung hat James Fowler unter Verwendung der entwicklungspsychologischen Systeme ein klassisch gewordenes Stufensystem entwickelt: Demnach kann sich Glaube in 6 Stufen entwickeln. Diese Stufen sind anders als bei der Entwicklungspsychologie nicht an das chronologische Alter oder die Stellung im Lebenslauf gebunden. Nur für die ersten Stufen gibt Fowler kindliche Altersstufen an. Danach, so Fowler, bleibe bei einer überwiegenden Zahl die Entwicklung auf einer der Stufen 3 oder 4 stehen. Nur wenige erreichen demnach Stufe 5 und ganz wenige Stufe 6. Zum Erreichen einer Stufe ist wie in der Entwicklungspsychologie das Durchlaufen der vorigen Stufen erforderlich. Von einer einmal erreichten Stufe geht es nach Fowler immer nur weiter, nicht zurück.
Stufen des Glaubens nach FowlerNach: James W. Fowler: Die
Psychologie der menschlichen Entwicklung und die Suche nach Sinn;
Gütersloh 1991 (amerik. 1981). | |
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Vorstufe: Undifferenzierter
Glaube (im Säuglingsalter) |
Urvertrauen in das Leben-Können und
vertraute Beziehungs-Erfahrungen. Negative Möglichkeit: Angst vor
Verlassenwerden. |
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1. Intuitiv-projektierter Glaube (typisch für 3 – 7 Jahre) |
Das Kind ahmt spielerisch den
Glauben seiner Bezugspersonen nach mit viel Phantasie, die aber auch in
dunkle oder strenge Vorstellungen münden kann. |
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2. Mythisch-wörtlicher Glaube (typisch im Schulalter) |
Glaubensinhalte werden mit
wörtlicher Interpretation übernommen; Geschichten erzählen Leben so, dass
ein immanenter Gerechtigkeitsausgleich stattfinden muss. |
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3. Synthetisch-konventioneller
Glaube (typisch im Jugendalter) |
Auftretende Widersprüche in der
einfachen Vorstellung (u.a. durch außerfamiliäre Einflüsse) verlangen eine
Synthese. Fremde Autoritäten bieten Orientierung (Ideologie). Geschichten
übergreifen das Weltganze in Gestalt eines persönlichen Mythos. |
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4. Individuierend-reflektierter
Glaube (häufig nach dem Verlassen des
Elternhauses) |
Definiertsein durch eine
Gruppe(nzugehörigkeit) muss durch Individualität und Eigenverantwortung
abgelöst werden, durch Mut zur Subjektivität und Selbstverwirklichung. Die
Erkenntnis eines eigenen Blickwinkels führt zu einer eigenen
Weltanschauung. |
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5. Verbindender Glaube (meist nicht vor der
Lebensmitte) |
Die eigene Weltsicht wird
dialektisch mit der anderer und eigener unbewusster Welten verbunden. Aus
einem rationalen System wird eine neue Naivität, die auch das Mythische
und Symbolische einbezieht. Gegensätze von Denken und Erfahrung werden
vereinigt. |
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6. Universalisierender Glaube (nur wenige, besonders religiöse
Menschen) |
Die Hingabe an universale Liebe und
Gerechtigkeit mit einer friedvollen Vision von der Einheit der Welt
erfüllt das ganze Leben. Freundschaft mit und Hingabe an Fremde und
Fremdes (auch Religionen). |
Anfragen an (religions-)psychologische Stufentheorien:
- Geht es wirklich immer hinwärts zu einem religiösen Ideal?
- Fördert ein solches Stufenmodell nicht ein unevangelisches Leistungsdenken?
- Zeigen die Systeme nicht neuzeitlich-humanistische Prägung statt biblischen Zielen?
Grundsatz:
Es gibt keine Alterstheologie in dem Sinne, dass das Alter eine eigene Theologie erfordern oder ergeben würde. Der Glaubensinhalt und auch die Möglichkeit des Glaubensvollzugs bleiben im Alter dieselben wie im Menschsein überhaupt.
Möglich ist es allerdings, solche Themen zu benennen, die im Alter eine höhere Dringlichkeit erhalten können, bzw. zu denen das Alter eine größere Nähe hat. Die Gründe dafür sind nicht theologischer Art, sondern praktischer Natur: Verluste müssen bewältigt werden, die statistische Todeswahrscheinlichkeit steigt, die eigene Biografie liegt mehr und mehr als annähernd Ganze vor, die Zeit für viel Nachdenken ist da.
Themen für Theologie im Alter ergeben sich so durch die je neuen Herausforderungen. Daher muss die Liste eine offene Liste sein:
? Die Berufsarbeit ist
abgeschlossen: Wie wird das Entfallende neu gefüllt durch eine »neue Berufung«,
»Rituale«, »Lebens-Rhythmen« (Tages-, Wochen- und Jahreszeiten)«, neue
»Gemeinschaft«, »Ehrenamt«? Wer sind die neuen »Nächsten«, die das »Besuchen«,
»Verkündigen«, »Pflegen« und »Begraben« brauchen?
? Das Leben kann neu eingerichtet werden: Wie steht es um »christliche Wohngemeinschaften«, ein »geistliches Leben« im Alter?
? Die
Wand zur Ewigkeit wird dünner und damit durchscheinender für die Ewigkeit:
Welche »Hoffnung« erfüllt das Leben vor dem Tode, welche »Angst«? Was heißt
Glauben und »Tod«, »Sterben«, »Auferstehung«, »ewiges Leben«?
? Gottes Geschichte mit mir und der Welt: Was bedeuten »Vollendung«, »fragmentarisches Leben«, »lebenssatt sein«, »erfülltes Leben«?
? Rückschläge und Verluste müssen verarbeitet werden: Wie steht es um die »Warum-Frage«, um »Leid«, um »Krankheit«, um »Geduld«, »Gerechtigkeit« und »Lebensneid«?
? Verhältnisse und Beziehungen ändern sich: Was heißt christlich »zur Last fallen können«, »nehmen können«, »einsam sein und doch geborgen«, »schwach sein und doch stark«? Wie sehen christliche Beziehungen im Alter aus zur »Familie«, zwischen »jung und alt«, zwischen »Frau und Mann«?
? Lebenssinn und Lebensgenuss kann und muss neue Ebenen finden: Was heißt »sich versorgen lassen« und »ohne Arbeitsleistung leben«, »Leben an sich«? Was sind »kleine Dinge, was große«? Gibt es »Gewissheit«?
? Das längere Leben macht reicher an Erfahrung: Welche »Gaben« gibt das Alter? Was können Ältere geben als »Erfahrene der Gesellschaft« durch »Tat«, »Gebet«, »Bekenntnis«, »Vermächtnis«, »Wissen«?
... und alle Themen, die Menschen bewegen.
Das gesamte kirchliche Angebot für Erwachsene steht
Menschen ohne Altersbegrenzung nach oben offen, soweit nicht einzelne
Gemeindegruppen wegen ihrer Zielgruppenorientierung sich abgrenzen. Das Handeln
der verfassten Gemeinde und des Pfarrers/der Pfarrerin muss für Menschen jeden
Alters offen sein.
Dazu gehören:
- Seelsorgebesuche, Gesprächsangebot.
- Gottesdienste, Bibelabende, Bildungsangebote, Mitarbeit,
Ämterübernahme.
- Gesprächsgruppen, Interessengruppen, offene Kreise,
Kulturangebot.
- Taufe oder Trauung selbstverständlich auch in höherem
Alter.
Amtskirchlich vorgesehene Handlungen, die oft besonders in
das Alter fallen:
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Dankgottesdienst für die Berufszeit | ||
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Zeit |
Am Ende der Berufstätigkeit bzw. nach dem Beginn des
Ruhestandes. |
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Äußeres |
Offene Einladung, Bildung einer Gruppe,
Vorbereitungsabend, ganze Gemeinde ist eingeladen, Ort ist die Kirche. |
Intensive Vorbereitung durch Betroffene
wünschenswert: zugleich ein Kurs zur Vorbereitung auf den Ruhestand. |
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Inhalt |
Rückblick auf die Lebensarbeitszeit, evtl. mit
Beiträgen der Betroffenen. Freuden und Schwierigkeiten haben die Zeit
geprägt bis zum Abschied, der freudig gefeiert oder traurig erlebt wurde.
Abendmahl. Die neue Zeit neu beginnen. |
Vgl. dazu Ähnlichkeit und Unterschiede zum Abschied
bei Bestattungsfeier. |
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Material |
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Goldene Konfirmation | ||
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Zeit |
50 Jahre nach der Konfirmation. Der damalige Jahrgang
am Ort findet sich dazu zusammen, unabhängig vom jetzigen Wohnort. |
Die Einladung sollte unbedingt Zugezogene
einschließen, die im selben Jahr Konfirmation feierten. |
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Äußeres |
Einbeziehung in den Sonntagsgottesdienst der Gemeinde
ist die Regel. Mit vorbereitet durch die Jubiläumsgruppe. Sitzordnung
durchmischt, d.h. mit Lebenspartnern durchsetzt. Jubilare haben ein
goldenes Zeichen am Revers. |
Eine lediglich historische Erinnerung der
Konfirmation wird nicht angestrebt, die Jubilare sind mit ihren
gegenwärtigen Verhältnissen (Lebenspartner usw.) gekommen. |
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Inhalt |
Rückblick auf die Zeit und Konfirmationstag damals.
Nennung aller Namen, auch der Verstorbenen, entweder im Eingangsteil oder
bei der Segnung. Neuverpflichtung in Absprache mit der Gruppe. Segnung
einzeln oder in der Gruppe. |
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Material |
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Goldene Hochzeit (dazu: diamantene, eiserne) | ||
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Zeit |
Zum 50jährigen Ehejubiläum. |
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Äußeres |
Ein öffentlicher Gottesdienst in der Kirche. |
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Inhalt |
Über weite Strecken dem Traugottesdienst
nachgezeichnet. Enthält eine erneute Segnung. |
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Material |
Kirchliche Agende zur Trauung. |
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Krankensalbung | ||
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Zeit |
Nicht an das Alter gebunden, sondern eine Möglichkeit
Kranken Gutes zu tun. |
Verwechslung mit der sakramentalen „letzten Ölung“ im
Katholizismus ist zu vermeiden. |
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Äußeres |
Sowohl als Teil eines Gottesdienstes wie am
Krankenbett möglich. Bei der Salbung können als solche benannte
Vertreter/innen der Gemeinde mitwirken. |
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Inhalt |
Biblischer Ursprung ist Jakobus 4, Mit der
Krankensalbung ist das Gebet für die/den Kranke/n verbunden. |
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Material |
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Krankenabendmahl | ||
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Zeit |
Grundsätzlich immer in Krankheit möglich, unabhängig
vom Lebensalter. Traditionell häufig bei der Befürchtung eines nahen
Todes. |
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Äußeres |
Findet im Haus statt oder als kleiner
Extra-Gottesdienst. Angehörige sind eingeladen mitzufeiern. Kranke können
im Bett bleiben oder zum Abendmahl aufstehen. |
Das Essen und Trinken wird den Möglichkeiten
angepasst: Hostie kann eingetaucht werden gegen Klebrigkeit, Wein kann
eingeflößt werden, oder die Berührung der Lippen mit den Gaben des Mahles
genügt. |
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Inhalt |
Ein in allen Teilen nach dem Aufnahmevermögen des
Kranken verkleinerter Abendmahlsgottesdienst. |
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Material |
Vorlage dazu in der Agende. |
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Beichte | ||
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Zeit |
Stets nach Wunsch. |
Die Beichte ist in der evangelischen Kirche nicht
abgeschafft. Auf ihr liegt ein besonderer geistlicher Segen. Auch
psychologisch gesehen dient das Aussprechen von Belastendem der
persönlichen Freiheit. |
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Äußeres |
Ein Gespräch unter vier Augen im Rahmen des
Beichtgeheimnisses. | |
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Inhalt |
Das ausgesprochene Beichtbekenntnis wird durch die
Lossprechung beantwortet. Rahmend treten Gebete und andere freie
liturgische Teile hinzu. | |
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Material |
Beichtformeln im Gesangbuch. | |
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Bestattung | ||
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Zeit |
Keine Frage. |
Die Darstellung der Bestattung in dieser
Zusammenstellung soll dazu dienen anzudeuten, dass es für
Pfarrer/Pfarrerin sinnvoll sein kann, mit dem älteren Menschen über dessen
Vorstellungen vom eigenen Sterben und Begräbnis ins Gespräch zu
kommen. |
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Äußeres |
In der Regel im Rahmen der örtlichen Sitte. Die
christlich-kirchliche Tradition wünscht ein öffentliches Begräbnis und
bevorzugt die Erdbestattung. | |
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Inhalt |
In der Bestattungsliturgie wird der Trauerverlauf
abgebildet: Von der Betroffenheit spannt sich der Bogen über den
schmerzvollen und zugleich dankbaren Blick auf das Leben des/der
Verstorbenen bis zur tröstenden Verkündigung der Auferstehung und
Geborgenheit in Gott. | |
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Material |
Kirchliche Agende zur Bestattung. | |
Reagieren Sie auf die folgenden Aussagen mit Ankreuzen! Ist das Gesagte »richtig« oder »falsch«?
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richtig |
falsch |
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1 |
Menschen werden mit zunehmendem
Alter immer frömmer. |
O |
O |
|
2 |
Not lehrt beten: Deshalb gehen eher
Menschen zur Kirche, die viel durchmachen. |
O |
O |
|
3 |
Die Bibel hat ein ausgesprochen
positives Bild vom alten Menschen. |
O |
O |
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4 |
Alte Menschen möchten nicht von
ihrem Tod sprechen. |
O |
O |
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5 |
Je älter die Menschen werden, umso
weniger werden sie in der Kirche aktiv. |
O |
O |
|
6 |
Alte Menschen brauchen seltener
Abendmahl. |
O |
O |
|
7 |
Mit der Weisheit nimmt auch die
Glaubensgewissheit zu. |
O |
O |
|
8 |
Alte Menschen sehen sich wieder gern
bebilderte biblische Geschichten an. |
O |
O |
|
9 |
Werden Menschen älter, bringen sie
Pfarrer/innen umso mehr Respekt entgegen. |
O |
O |
|
10 |
Wer in der Jugend in die Kirche
ging, geht auch im Alter noch. |
O |
O |
|
11 |
Die Vorstellung einer Feuerhölle
nimmt bei alten Menschen zu. |
O |
O |
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12 |
Alte Menschen wollen keine neuen
spirituellen Formen ausprobieren. |
O |
O |
|
13 |
Die Bibel lehrt, dass Gott ein
frommes Leben mit einem hohen Alter belohnt. |
O |
O |
|
14 |
Mit dem Alter vergeht die Lust aufs
Beten. |
O |
O |
|
15 |
Wer christlichen Werten entsprechend
lebt, bleibt länger gesund. |
O |
O |
|
16 |
Männer wollen mit zunehmendem Alter
immer weniger glauben. |
O |
O |
|
17 |
Die Kirche kümmert sich am meisten
um die alten Menschen. |
O |
O |
|
18 |
Mit dem Alter werden die ersten
Glaubenserfahrungen wieder wichtiger. |
O |
O |
Zeichnen und beschriften Sie dazu einen
Baum:
Wo sehen Sie Wurzeln für das Glauben im Alter?
Was trägt Sie? Welchen Stamm hat ihr Glauben?
Was ist im Lauf der Jahre am Stamm gewachsen und in welcher Form?
Welche Früchte trägt das Glauben im Alter?
Welche Jahreszeit zeigen die Blätter?
Die Ausübung des Glaubens muss auch für alte Menschen frei sein. Sie dürfen nicht zur Religion gezwungen werden. Allerdings dürfen Sie auch nicht behindert werden bei der Ausübung ihres Glaubens. Dazu bedarf es vor allem in Pflegesituationen der Einrichtung von persönlichen Schutzräumen.
Weil ältere Menschen oft nicht mehr selbst für diese Belange sorgen können, müssen beratende und helfende Menschen sie gegebenenfalls unterstützen:
? Helfen Sie, wo die Lesefähigkeit nachlässt, mit Großdruckausgaben von Bibel und Gesangbuch. Auch viel andere geistliche Literatur gibt es im Großdruck. Inzwischen liegen auch Bibel und andere Literatur auf Tonträgern vor. Selbstverständlich können Sie vorlesen.
? Radio und Fernsehen können Sie für Sendungen geistlichen Inhalts einstellen, z.B. Fernsehgottesdienste oder Sendungen des christlichen Radios. Es gibt auch Geräte mit vereinfachter Bedienung. In vielen Gemeinden werden Gottesdienste auf Kassetten aufgenommen und (teilweise mit Leihgeräten) angeboten.
? Vertrautes und Tröstliches
kann in geistlichen Liedern bei Menschen wachgerufen werden. Sie können gelesen,
gesungen oder von Tonträgern gehört werden.
? Helfen Sie mit, wenn Menschen ihr Zimmer mit einem Kreuz, Bild oder Spruchkarten ausstatten möchten.
? Sorgen Sie dafür, dass bei einem entsprechenden Bedürfnis für die persönliche Andacht im Tagesablauf zeitlich und räumlich ein Freiraum besteht. Zeitweiliges Alleinsein soll auch im Doppelzimmer ermöglicht werden.
? Begleiten Sie Menschen zu Gottesdiensten oder andern Veranstaltungen. Bieten oder vermitteln Sie Fahrdienste.
? Nutzen Sie offene Kirchen für
einen Besuch beim Stadtspaziergang. Im Grünen können Kreuze oder Kapellen am
Wege zum Innehalten einladen. Helfen Sie dabei, Gräber von Angehörigen zu
besuchen. Aber auch der Besuch eines Friedhofes ohne persönlichen Bezug kann in
friedvolles Meditieren führen.
? Vermeiden Sie es, religiösen
Themen auszuweichen. Auch wenn Sie nicht oder anders glauben, tut es Menschen
gut, sich aussprechen zu können. Bestärken Sie Menschen in ihrem Glauben, wenn
er ihnen gut tut. Vermeiden Sie aber auch, problematische Glaubenskonstrukte zu
verstärken. Stehen Sie gegebenenfalls dazu, dass Sie Dinge anders sehen.
? Weichen Sie nicht aus, wenn
Menschen über den Tod und das Sterben zu reden bereit sind. Versuchen Sie,
angstfrei über die Möglichkeit eines nahen Todes zu sprechen. Das offene
Gespräch wirkt meistens befreiend, auch bei der Todesangst.
? Bringen Sie ihre eigene
Hoffnung und Liebe aus dem Glauben ins Gespräch, wenn sie gefragt werden und
wenn Sie das Bedürfnis in sich dazu spüren. Menschen dürfen nicht zu
Glaubensthemen gezwungen werden, aber es soll ihnen auch nicht vorenthalten
werden, was auch ihr Leben tragen kann.
? Wenn Sie über geistliche
Themen reden oder als Christ/innen gemeinsam persönliche Probleme besprechen,
scheuen Sie sich nicht, auch gemeinsam zu beten. Das kann eine gemeinsame
Stille, ein Vaterunser, ein Psalm, ein neueres oder ein freies Gebet sein.
Solche Formen sind nicht allein der Pfarrerin/dem Pfarrer vorbehalten.
? Sorgen Sie dafür, dass – wenn noch nicht geschehen – ein wenigstens einmaliger Kontakt zum zuständigen Seelsorger/zur zuständigen Seelsorgerin stattfindet.
Bitte bedenken Sie jeweils die folgenden Aspekte:
? Wird in dieser Aussage das Alter positiv oder negativ dargestellt?
? Was ist die Begründung/der Grund für die Bewertung des Alters?
? Entspricht das Gesagte der Normalität oder wird eine Ausnahme dargestellt?
? Wie geht es Ihnen mit dieser Aussage?
1.Mose
6,3
Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen
walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben
hundertundzwanzig Jahre.
1.Mose 15,15
[Gott zu Abram:] Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden
und in gutem Alter begraben werden. (Dazu 1.Mose 25,7: Abraham wurde 175 Jahre
alt.)
1.Mose
25,8
Und Abraham verschied und starb in einem guten Alter, als er alt und
lebenssatt war, und wurde zu seinen Vätern versammelt.
1.
Chronik 29,28
[Von David:] Und er starb in gutem Alter, satt an Leben, Reichtum und
Ehre.
1.Mose
27,1-2
Und es begab sich, als Isaak alt geworden war und seine Augen zu
schwach zum Sehen wurden, rief er Esau, seinen älteren Sohn, und sprach zu ihm:
Mein Sohn! Er aber antwortete ihm: Hier bin ich. 2 Und er sprach: Siehe, ich bin
alt geworden und weiß nicht, wann ich sterben werde.
2. Mose
20,12
Du sollst einen Vater und dein Mutter ehren, auf dass du lange lebest
in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.
5.Mose
32,7
gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre von Geschlecht
zu Geschlecht. Frage deinen Vater, der wird dir’s verkünden, deine Ältesten, die
werden dir’s sagen.
[Paulus und Barnabas] ... setzten in jeder Gemeinde Älteste ein,
beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden
waren.
5.Mose
33,25
[Jakobs Segen für seinen 10. Sohn Asser:] Von Eisen und Erz sei der
Riegel deiner Tore; dein Alter sei wie deine Jugend!
2.
Samuel 19,36
[Barsillai, der eine Begründung braucht um eine Einladung
abzulehnen:] Ich bin heute achtzig Jahre alt. Wie kann ich noch unterscheiden,
was gut und schlecht ist, oder schmecken, was ich esse und trinke, oder hören,
was die Sänger und Sängerinnen singen?
1.Könige 1,1
Als aber der König David alt war und hochbetagt, konnte er nicht warm
werden, wenn man ihn auch mit Kleidern bedeckte.
1.Könige 14,4
Ahija aber konnte nicht sehen, denn seine Augen standen starr vor
Alter.
1.Könige 15,23
[Von König Asa:] Nur war er in seinem Alter an seinen Füßen
krank.
[Elihu sprach:] 6 Ich bin jung an Jahren, ihr aber seid alt; darum
hab ich mich gescheut und gefürchtet, mein Wissen euch kundzutun. 7 Ich dachte:
Lass das Alter reden, und die Menge der Jahre lass Weisheit beweisen. 8 Aber der
Geist ist es in den Menschen und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig
macht. 9 Die Betagten sind nicht die Weisesten, und die Alten verstehen nicht,
was das Rechte ist.
Denn du bist meine Zuversicht, Herr, mein Gott, meine Hoffnung von
meiner Jugend an. 6 Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an; du hast
mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Dich rühme ich immerdar. 9 Verwirf mich
nicht in meinem Alter, verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.
Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s
achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe,
denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
Der Jünglinge Ehre ist ihre Stärke, und graues Haar ist der Alten
Schmuck.
Ein Knabe, der arm, aber weise ist, ist besser als ein König, der
alt, aber töricht ist und nicht versteht, sich raten zu lassen.
Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen
und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: »Sie gefallen mir nicht«; 2 ehe die
Sonne und das Licht, Mond und Sterne finster werden und Wolken wiederkommen nach
dem Regen, - 3 zur Zeit, wenn die Hüter des Hauses zittern und die Starken sich
krümmen und müßig stehen die Müllerinnen, weil es so wenige geworden sind, und
wenn finster werden, die durch die Fenster sehen, 4 und wenn die Türen an der
Gasse sich schließen, daß die Stimme der Mühle leiser wird, und wenn sie sich
hebt, wie wenn ein Vogel singt, und alle Töchter des Gesanges sich neigen; 5
wenn man vor Höhen sich fürchtet und sich ängstigt auf dem Wege, wenn der
Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich belädt und die Kaper aufbricht; denn
der Mensch fährt dahin, wo er ewig bleibt, und die Klageleute gehen umher auf
der Gasse; - 6 ehe der silberne Strick zerreißt und die goldene Schale zerbricht
und der Eimer zerschellt an der Quelle und das Rad zerbrochen in den Brunnen
fällt. 7 Denn der Staub muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der
Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat. 8 Es ist alles ganz eitel, spricht
der Prediger, ganz eitel.
3 Hört mir zu, ihr vom Hause Jakob, und alle, die ihr noch übrig seid
vom Hause Israel, die ihr von mir getragen werdet von Mutterleibe an und vom
Mutterschoße an mir aufgeladen seid: 4 Auch bis in euer Alter bin ich derselbe,
und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben
und tragen und erretten.
Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder
Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre
alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht.
[S]eine Haare sind schon grau geworden, doch er will es nicht
merken.
4 So spricht der Herr Zebaoth: Es sollen hinfort wieder sitzen auf
den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der
Hand vor hohem Alter, 5 und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und
Mädchen, die dort spielen.
5 Wenn du in der Jugend nicht sammelst, wie kannst du im Alter etwas
finden? 6 Wie schön ist’s, wenn die grauen Häupter urteilen können und die Alten
Rat wissen. 7 Wie schön ist bei Greisen Weisheit und bei Angesehenen Überlegung
und Rat. 8 Das ist die Krone der Alten, wenn sie viel erfahren haben; und ihre
Ehre ist’s, wenn sie Gott fürchten.
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du
dich selbst und gingst, wo du hin wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du
deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du
nicht hin willst.
2.Kor.
4,16-18
[Der Apostel im Leiden:] Darum werden wir nicht müde; sondern wenn
auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag
erneuert. 17 Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige
und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 uns, die wir nicht sehen auf das
Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich;
was aber unsichtbar ist, das ist ewig.
1.Tim.
4,12
Niemand verachte dich wegen deiner Jugend; du aber sei den Gläubigen
ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit.
1.Tim.
5,9
[Bei der Berufung zum Witwenamt (Gebet, Fürbitte, Besuche):] Es soll
keine Witwe auserwählt werden unter sechzig Jahren.
1.
Petrus 5,1-2.5
Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: 2 Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; ... 5 Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter.
Geschichten von alten Leuten
1. Mose 18,1-15: Abraham und Sara sollen im Alter noch einen Sohn bekommen.
1. Mose 27,1-40: Der alte Isaak segnet seine Söhne.
1. Mose 45,28 – 49,33: Der alte Jakob reist nach Ägypten, segnet seine Söhne und stirbt.
Josua 23 – 24: Josuas Vermächtnis und Tod.
1. Samuel 28,3-25: Saul bei der Totenbeschwörerin holt den alten Samuel aus dem Grab.
1. Könige 1-31: Königliche Abschiedswirren – ein alter David und schöne Frauen.
Lukas 1,5-25: Die alte Elisabeth und Zacharias sollen ein Kind bekommen.
Lukas 2,25-38: Die Alten Simeon und Hanna begegnen dem kleinen Jesus.